Keine Gegner, keine Minimap und kein künstlicher Zeitdruck: Forestbound verbindet klassische Outdoor-Navigation mit Camping, Naturbeobachtung und einem bewusst entschleunigten Survival-Konzept. Entwickelt wird das PC-Spiel von Number13 Media aus Erlangen.
Survival-Spiele schicken uns normalerweise in lebensfeindliche Welten. Wir sammeln Nahrung, bauen Verteidigungsanlagen und kämpfen gegen Monster, Mutanten oder andere Überlebende. Forestbound schlägt einen anderen Weg ein.
Das in Entwicklung befindliche First-Person-Spiel versteht Survival nicht als permanenten Kampf, sondern als ruhiges und möglichst glaubwürdiges Naturerlebnis. Statt Waffen und Gegnern stehen Wanderungen durch den Wald, die Orientierung mit Karte und Kompass sowie das Einrichten eines Camps im Mittelpunkt.
Forestbound soll damit vor allem Spielerinnen und Spieler ansprechen, die Erkundung mögen, aber auf den üblichen Überlebensstress verzichten können.

Was ist Forestbound?
Forestbound ist ein 3D-First-Person-Cozy-Survival-Spiel für PC. Entwickelt wird es von der Number13 Media UG mit Sitz in Erlangen, Bayern.
Das Spiel versetzt uns in eine weitläufige Waldlandschaft, die nicht mithilfe moderner GPS-Markierungen oder schwebender Quest-Symbole erkundet werden soll. Stattdessen müssen wir unsere Umgebung beobachten, eine topografische Karte lesen und mit einem Kompass die richtige Richtung bestimmen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell ein Ziel zu erreichen. Der Weg selbst ist ein wesentlicher Teil des Spiels.
Wir sollen Geländemerkmale erkennen, markante Punkte in der Landschaft finden und unsere Position anhand der Karte nachvollziehen. Forestbound setzt damit auf eine Form der Navigation, die in modernen Open-World-Spielen nur selten eine zentrale Rolle spielt.
Survival ohne Kämpfe und Gegner
Obwohl Forestbound als Survival-Spiel beschrieben wird, verzichtet es bewusst auf viele bekannte Elemente des Genres.
Es gibt keine Gegner, keine Kämpfe und keine Horrorelemente. Auch ständiger Zeitdruck oder eine aggressive Spielwelt sollen keine Rolle spielen. Der Wald ist nicht als gefährlicher Ort gedacht, den wir bezwingen müssen, sondern als Umgebung, die wir kennenlernen und verstehen sollen.
Die Herausforderung entsteht deshalb weniger durch direkte Bedrohungen als durch die glaubwürdige Interaktion mit der Natur. Wir müssen einen geeigneten Weg finden, unsere Umgebung richtig einschätzen und Entscheidungen für die nächste Etappe unserer Wanderung treffen.
Damit liegt Forestbound näher an einem interaktiven Outdoor-Abenteuer als an klassischen Survival-Spielen wie The Forest, Green Hell oder Rust.

Karte und Kompass statt Questmarker
Das zentrale Spielelement von Forestbound ist die traditionelle Navigation.
Anstatt einer ständig sichtbaren Minimap zu folgen, orientieren wir uns mithilfe einer topografischen Karte und eines Kompasses. Berge, Wege, Lichtungen und andere Landmarken sollen dabei helfen, den eigenen Standort zu bestimmen.
Das klingt zunächst unspektakulär, könnte aber einen entscheidenden Unterschied für das Spielgefühl machen. In vielen Open-World-Spielen konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Symbole und Markierungen innerhalb der Benutzeroberfläche. Die eigentliche Landschaft wird dadurch schnell zur Kulisse zwischen zwei Missionszielen.
Forestbound möchte diesen Ablauf umkehren. Die Landschaft selbst soll die Informationen liefern, die wir zur Orientierung benötigen. Wer nicht aufmerksam beobachtet, kann vom geplanten Weg abkommen. Wer das Gelände richtig liest, entwickelt dagegen nach und nach ein besseres Gefühl für die Spielwelt.
Die Navigation ist somit keine zusätzliche Mechanik, sondern bildet einen wesentlichen Teil der Spielerfahrung.
Ein Camp für die Nacht
Neben der Erkundung gehört das Camping zu den wichtigsten Bestandteilen von Forestbound.
Während einer Wanderung suchen wir nach einem geeigneten Lagerplatz, bereiten unser Camp vor und kümmern uns um ein Feuer. Die Entwickler möchten diese Abläufe nicht auf einen einzelnen Tastendruck oder eine abstrakte Menüauswahl reduzieren.
Stattdessen sollen semi-realistische Interaktionen dafür sorgen, dass sich die einzelnen Tätigkeiten nachvollziehbar und greifbar anfühlen. Dazu gehört etwa das Vorbereiten einer Feuerstelle oder das Entzünden des Feuers.
Forestbound soll daraus jedoch keine komplizierte Simulation machen. Die Mechaniken dienen vor allem der Atmosphäre und dem Gefühl, tatsächlich eine Nacht im Wald zu verbringen.
Gerade darin liegt der Cozy-Ansatz des Spiels: Nach einer längeren Wanderung erreichen wir einen passenden Platz, errichten unser Lager und lassen den Tag am Feuer ausklingen. Der Moment der Ruhe ist dabei kein Nebeneffekt, sondern ein bewusstes Ziel des Spielablaufs.
Die Natur ist mehr als nur Kulisse
Forestbound konzentriert sich nicht ausschließlich auf Navigation und Camping. Auch die Beobachtung der Umgebung soll eine wichtige Rolle spielen.
Geplant sind unter anderem ein Naturführer, ein Fotomodus und ein persönliches Naturtagebuch. Darin können wir Pflanzen, Orte und andere Entdeckungen dokumentieren.
Statt Erfahrungspunkten oder besserer Ausrüstung belohnt das Spiel damit vor allem Aufmerksamkeit. Wer sich Zeit nimmt und die Umgebung genauer betrachtet, soll mehr über die virtuelle Natur erfahren und persönliche Erinnerungen an die Reise sammeln können.
Das Tagebuch soll die einzelnen Wanderungen dokumentieren und sich durch gefundene Motive oder Sticker erweitern lassen. Dadurch entsteht eine Art persönliches Reisebuch, das den individuellen Verlauf des Abenteuers festhält.
Ein bewusst langsames Spiel
Forestbound ist kein Spiel über Effizienz.
Es geht nicht darum, möglichst viele Ressourcen pro Minute zu sammeln oder eine Basis in Rekordzeit auszubauen. Auch ein klassischer Fortschrittsdruck mit ständig besseren Werkzeugen und größeren Gebäuden steht offenbar nicht im Vordergrund.
Stattdessen setzt das Spiel auf Entschleunigung. Wir sollen uns Zeit nehmen, die Landschaft lesen, den nächsten Weg planen und kleine Tätigkeiten bewusst ausführen.
Dieser Ansatz dürfte nicht für jeden funktionieren. Wer von einem Survival-Spiel komplexes Crafting, gefährliche Tiere oder intensive Kämpfe erwartet, wird bei Forestbound vermutlich nicht fündig.
Für Fans von ruhigen Erkundungsspielen könnte gerade die Reduktion jedoch den größten Reiz ausmachen. Forestbound versucht nicht, bekannte Survival-Konzepte lediglich freundlicher zu präsentieren. Das Spiel definiert Überleben vielmehr als selbstständige Orientierung und achtsamen Aufenthalt in der Natur.
Wer entwickelt Forestbound?
Forestbound entsteht bei Number13 Media, einem Entwicklerstudio aus Erlangen.
Das Projekt wurde zunächst im Rahmen seiner Konzeptentwicklung durch den FFF Bayern unterstützt. Im nächsten Entwicklungsschritt erhielt Forestbound außerdem eine Förderempfehlung für die Prototypentwicklung.
Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht angekündigt.
Für wen könnte Forestbound interessant sein?
Forestbound richtet sich in erster Linie an Menschen, die gerne digitale Welten erkunden, ohne ständig kämpfen oder Aufgabenlisten abarbeiten zu müssen.
Besonders interessant dürfte das Spiel für Fans von atmosphärischen Wandererlebnissen, Naturfotografie und langsamen Simulationsspielen sein. Auch Spielerinnen und Spieler, die an realistischeren Navigationsmechaniken interessiert sind, könnten auf ihre Kosten kommen.
Der Erfolg des Konzepts wird vor allem davon abhängen, wie abwechslungsreich sich Orientierung, Camping und Naturbeobachtung über längere Zeit anfühlen. Ohne Kämpfe oder klassische Bedrohungen muss die Spielwelt selbst genügend interessante Situationen erzeugen.
Gelingt das, könnte Forestbound eine ungewöhnliche Nische zwischen Cozy Game, Wandersimulation und Survival-Abenteuer besetzen.
Unsere Einschätzung
Forestbound gehört zu den Projekten, die nicht durch eine möglichst lange Feature-Liste auffallen, sondern durch eine klare Ausrichtung.
Die Idee, Karte und Kompass zum Kern eines ruhigen Erkundungsspiels zu machen, hebt sich deutlich von vielen aktuellen Survival-Titeln ab. Auch der Verzicht auf Gegner und Zeitdruck wirkt nicht wie eine bloße Vereinfachung, sondern wie eine bewusste Designentscheidung.
Noch befindet sich das Projekt in Entwicklung. Deshalb bleibt abzuwarten, wie tief die einzelnen Mechaniken tatsächlich ausfallen und wie lange das entschleunigte Konzept tragen kann.
Die grundlegende Richtung ist jedoch klar: Forestbound möchte kein Spiel über die Eroberung der Wildnis sein. Es möchte ein Spiel darüber sein, sich in ihr zurechtzufinden.
Forestbound auf einen Blick
Genre: Cozy Survival, Erkundung
Perspektive: First Person
Plattform: PC
Spielmodus: Einzelspieler
Entwickler: Number13 Media UG
Standort: Erlangen, Deutschland
Schwerpunkte: Trekking, Karte und Kompass, Camping, Feuermachen, Naturbeobachtung
Alpha Game Screenshots


