Einordnung & Zielgruppe
Der Blackview MP50 mit AMD Ryzen 7 3700U, 16 GB RAM und 512 GB SATA-SSD ist für rund 350 Euro ein sehr kompakter und sparsamer Mini-PC für Office, Browser und Medienwiedergabe.
Der Ryzen 7 3700U stammt aus AMDs Ryzen-3000-Generation für Notebooks und bietet 4 Kerne und 8 Threads. Für Alltagsaufgaben reicht das gut aus, bei rechenintensiven Aufgaben stößt der Prozessor aber an seine Grenzen. Dafür braucht der MP50 im Leerlauf nur rund 6 Watt und ist dabei nicht zu hören.
Zur weiteren Ausstattung gehören Gigabit-LAN, Wi-Fi 5, HDMI und DisplayPort mit 4K bei 60 Hz sowie Windows 11 Pro. Im Lieferumfang liegen außerdem eine Bluetooth-Tastatur, eine Maus und eine VESA-Halterung. Damit richtet sich der Blackview MP50 an Nutzer, die einen kleinen, leisen und sparsamen Rechner für Büro, Surfen und Streaming suchen, der sich per VESA-Halterung auch direkt hinter dem Monitor montieren lässt.
Blackview hat uns das Testgerät kostenlos für einen unabhängigen Test zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder das Fazit des Tests.
Technische Daten
Der Blackview MP50 (unser Testgerät) besitzt folgende technische Daten:
- Prozessor: AMD Ryzen 7 3700U, 4 Kerne und 8 Threads, 4,0 GHz max., 4 MB L3 Cache (15 W TDP)
- Grafik: AMD Radeon RX Vega 10, 10 Grafikkerne und bis zu 1,4 GHz, 2 GB vom Arbeitsspeicher reserviert
- Arbeitsspeicher: 16 GB 2400 MHz DDR4 (1 × Shenzhen SKIHOTAR SKIHOTAR-16GB-2666), Single-Channel
- SATA-SSD: 512 GB Derlar FNS6, M.2 2280
- Netzteil: BSY BSY048A120400V W, 12 V/4 A beziehungsweise 48 W
- Netzwerk: Realtek RTL8111H, 1 Gbit/s
- Wi-Fi-Adapter: Realtek RTL8821CE Wi-Fi 5 (802.11ac), Bluetooth
- USB: 2 × USB 3.2 Gen 1 Typ-A (vorne), 2 × USB 2.0 Typ-A (hinten)
- Monitoranschlüsse: 1 × HDMI, 1 × DisplayPort, jeweils 4K mit 60 Hz
- Audioanschlüsse: Kopfhöreranschluss Klinke (vorne)
- Erweiterung: 1 × M.2 2280 für SATA oder NVMe PCIe 3.0 x2 (belegt), 1 × RAM-Steckplatz (belegt)
- Betriebssystem: Windows 11 Pro
- Lieferumfang: VESA-Wandhalterung mit Schrauben, Bluetooth-Tastatur, Maus, HDMI-Kabel, Handbücher, Netzteil

Design, Verarbeitung & Wartung
Der Blackview MP50 ist ein kleiner, fast quadratischer Mini-PC mit abgerundeten Ecken. Das dunkelgraue Gehäuse wirkt schlicht, die Oberseite ist mit einem glänzenden Rahmen abgesetzt. An beiden Seiten sitzen Lüftungsschlitze. Auf der Oberseite klebt ab Werk ein großer Service-Aufkleber mit QR-Code.
Auf der aufgeräumten Front sitzen der Einschalter mit Betriebs-LED, zwei USB-A-Anschlüsse und eine Audio-Klinke. Auf der Rückseite befinden sich LAN, HDMI, DisplayPort, zwei weitere USB-A-Anschlüsse und der Stromanschluss.


Das Öffnen ist sehr einfach. Nach dem Umlegen des Entriegelungsschalters auf der Rückseite lässt sich der Deckel ohne Werkzeug abnehmen. Darunter liegen der Arbeitsspeicher und die M.2-SSD, nur von einer Wärmeleitfolie abgedeckt. Upgrades sind damit schnell erledigt.
Allerdings gibt es nur je einen Steckplatz für Arbeitsspeicher und SSD. Einen 2,5-Zoll-Schacht hat der MP50 nicht.


Alltagsleistung (Office & Multimedia)
Office- und Multimedia-Anwendungen laufen auf dem Blackview MP50 flüssig. Der AMD Ryzen 7 3700U mit 4 Kernen und 8 Threads erreicht im Geekbench 6 1010 Punkte im Single-Core und 2729 Punkte im Multi-Core. Für Browser, Office und Streaming reicht das aus.
Da der MP50 nur einen RAM-Steckplatz hat, läuft das 16-GB-Modul im Single-Channel-Betrieb und mit 2400 MHz.
YouTube in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde läuft ruckelfrei. Bei 1080p liefert YouTube allerdings AV1, das die Vega-Grafik nicht in Hardware dekodieren kann. Dann übernimmt der Prozessor die Arbeit, was sich am Stromverbrauch zeigt. 1440p und 4K kommen als VP9 und werden von der Grafik dekodiert.
Über HDMI und DisplayPort lassen sich Monitore mit 4K und 60 Hz anschließen.
Die mitgelieferte SATA-SSD liefert im kurzen Benchmark rund 520 MB/s lesend und 440 MB/s schreibend, also typische SATA-Werte. Festplattenintensive Aufgaben wie Windows-Updates oder die Installation von Anwendungen dauern damit merklich länger als mit einer NVMe-SSD. Bei der Ersteinrichtung liefen die Windows-Updates bei uns gut drei Stunden.


Creative- und Gaming-Performance
Für kreative Anwendungen wie Bildbearbeitung oder Videoschnitt ist der Blackview MP50 nur bedingt geeignet, rechenintensive Arbeiten wie Export und Rendering dauern entsprechend lange. Für den Blender-Classroom-Render brauchte der MP50 1552 Sekunden. Beim Umwandeln eines Full-HD-Videos mit HandBrake (Software-Encoding) kam er auf rund 43 Bilder pro Sekunde.
Die integrierte Radeon-Vega-Grafik eignet sich nur eingeschränkt für Spiele, die dann mit niedrigen Details laufen. Der Single-Channel-Arbeitsspeicher bremst die Grafik zusätzlich.
Für grafisch anspruchsvollere Titel kann der Mini-PC als Streaming-Client für Steam In-Home-Streaming oder Cloud-Gaming-Dienste wie GeForce Now verwendet werden.
Zum Vergleich der Grafikleistung folgen hier die Werte des Benchmarks GFXBench.
| Test (Fps) | Blackview MP50 | Intel N100 | Intel N150 | Intel Core i9-12900H | AMD Ryzen™ 9 7940HS |
|---|---|---|---|---|---|
| 4K Aztec Ruins High Tier Offscreen | 6,3 | 4,4 | 5,1 | 17,9 | 29,8 |
| Aztec Ruins High Tier Offscreen | 13,6 | 10,4 | 11,8 | 45,2 | 64,7 |
| Aztec Ruins Normal Tier Offscreen | 32,4 | 28,7 | 30,8 | 125,8 | 149,6 |
Lautstärke & Kühlung
Die Kühlung des Blackview MP50 arbeitet unauffällig. Ohne Auslastung ist der Mini-PC nicht zu hören. Unter Volllast ist der Lüfter leise wahrnehmbar. In einem ganz stillen Raum hört man ihn, bei leiser Musik im Hintergrund eher nicht mehr.
Bei über 35 Minuten Dauerlast mit HandBrake und Blender erreichte der Prozessor höchstens 76 °C, im Mittel 72 °C, bei rund 24 °C Raumtemperatur. Eine thermische Drosselung war nicht erkennbar. Der Prozessor arbeitete dabei an seinem Leistungslimit von rund 16 Watt und taktete alle Kerne mit etwa 2,5 GHz.
Stromverbrauch & Effizienz
Stromverbrauch
| Test | Mittelwert (Watt) |
|---|---|
| Windows – Browser | 14,4 |
| Windows – HandBrake (CPU) | 28,1 |
| Windows – Idle | 5,9 |
| Windows – Idle (Monitor aus) | 5,4 |
| Windows – YouTube 2K | 21,2 |
| Windows – YouTube 4K | 21,4 |
| Windows – Stresstest (CPU und Grafik) | 27,8 |
Mit rund 6 Watt im Leerlauf ist der Blackview MP50 sehr sparsam. Unter Volllast nimmt der Mini-PC rund 28 Watt auf, auch wenn Prozessor und Grafik gleichzeitig arbeiten. Die höchste gemessene Spitze lag beim Neustart bei 44 Watt, das 48-Watt-Netzteil ist also ausreichend dimensioniert.
Dass YouTube in 2K (1080p) fast genauso viel Strom braucht wie in 4K, liegt am AV1-Format, das der Prozessor bei dieser Auflösung selbst dekodieren muss.
Energieeffizienz
Die folgende Tabelle zeigt den Energieverbrauch im Blender-Benchmark.
| Hersteller – Modell | Verbrauchte Energie (Wattstunden) | Dauer (Sekunden) |
|---|---|---|
| Geekom AE7 | 5,4 | 302 |
| Geekom XT13 Pro | 5,6 | 410 |
| Geekom A6 | 6,4 | 390 |
| NiPoGi AM16 | 6,6 | 648 |
| Beelink SEi13 AI | 8,1 | 352 |
| NiPoGi Hyper H2 | 9,1 | 455 |
| Geekom Air12 Lite | 9,9 | 1.826 |
| NiPoGi E2 | 10,2 | 1.790 |
| NiPoGi E1 | 10,5 | 1.820 |
| BeeLink SEi12 | 10,6 | 444 |
| Blackview MP50 | 12,1 | 1.552 |
| NiPoGi N97 | 12,2 | 1.926 |
| Beelink EQ13 | 13,2 | 1.734 |
Besonderheiten, Bugs & Kurioses
Ersteinrichtung nur mit zusätzlicher Tastatur
Die mitgelieferte Tastatur und Maus funken per Bluetooth. Koppeln lassen sie sich aber erst in Windows, nicht schon bei der Ersteinrichtung. Bei der Ersteinrichtung war deshalb eine zusätzliche Tastatur und Maus nötig.
Anschlussvielfalt & Erweiterbarkeit
Anschlüsse
Vorne sitzen zwei USB-A-Anschlüsse mit 5 Gbit/s (USB 3.2 Gen 1) und ein Kopfhöreranschluss. Auf der Rückseite gibt es zwei weitere USB-A-Anschlüsse, die allerdings nur USB 2.0 unterstützen, dazu HDMI, DisplayPort und Gigabit-LAN. USB-C ist nicht vorhanden. Ein externes NVMe-Gehäuse, das bis zu 10 Gbit/s beherrscht, lief vorne mit 5 Gbit/s, hinten nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit.
Beide Monitorausgänge liefern 4K mit 60 Hz. Drahtlos funkt der MP50 mit Wi-Fi 5 und Bluetooth.
Erweiterbarkeit
Der Arbeitsspeicher lässt sich nur durch Austausch des vorhandenen 16-GB-Moduls erweitern, laut Firmware auf bis zu 32 GB. Da nur ein Steckplatz vorhanden ist, bleibt es beim Single-Channel-Betrieb.
Der M.2-Steckplatz nimmt neben SATA- auch NVMe-SSDs auf. Eine Crucial P3 Plus lief darin mit PCIe 3.0 und zwei Lanes, also mit höchstens knapp 2 GB/s. Das ist deutlich mehr als bei der mitgelieferten SATA-SSD, schnelle NVMe-SSDs werden damit aber ausgebremst. Ein zweiter M.2-Steckplatz oder ein 2,5-Zoll-Schacht ist nicht vorhanden.
Pro & Contra
Diese Kategorie hebt Bereiche hervor, die bei dem Mini-PC für seinen Preis besonders positiv wie auch negativ herausstechen oder von den Erwartungen an einen Mini-PC abweichen. Es werden nur solche Merkmale als negativ bewertet, die im Kontext des vorgesehenen Einsatzbereichs relevant sind. Beispielsweise wird eine schlechte Gaming-Leistung bei einem Mini-PC ohne dedizierte Grafikkarte nicht als zentraler Kritikpunkt betrachtet.
Pro
- Stromverbrauch: Sehr sparsam im Leerlauf mit rund 6 Watt
- Lautstärke: Im Leerlauf nicht hörbar, unter Volllast nur leise
- Wartung: Deckel ohne Werkzeug abnehmbar, RAM und SSD direkt erreichbar
- Erweiterbarkeit: NVMe-SSD nachrüstbar
- Monitore: HDMI und DisplayPort mit 4K und 60 Hz
- Lieferumfang: Tastatur, Maus und VESA-Halterung inklusive
- Windows: Windows 11 Pro vorinstalliert
Contra
- Einrichtung: Bluetooth-Tastatur erst nach der Windows-Einrichtung nutzbar
- USB: Hinten nur USB 2.0, kein USB-C
- Netzwerk: Nur Wi-Fi 5
Fazit – Kaufempfehlung – Für wen eignet sich der Blackview MP50?
Der Blackview MP50 mit AMD Ryzen 7 3700U ist ein kleiner und sparsamer Mini-PC für Office, Browser und Streaming. Im Leerlauf braucht er nur rund 6 Watt, unter Volllast rund 28 Watt, und er bleibt dabei leise.
Praktisch ist, dass sich der Mini-PC ohne Werkzeug öffnen lässt und eine schnellere NVMe-SSD nachgerüstet werden kann. Weniger schön sind die langsamen USB-Anschlüsse auf der Rückseite, das fehlende USB-C und Wi-Fi 5.
Damit eignet sich der MP50 für Nutzer, die einen kompakten Rechner für Büro, Surfen und Medienwiedergabe suchen und Wert auf geringen Stromverbrauch und leisen Betrieb legen. Für Bildbearbeitung, Videoschnitt oder Spiele reicht die Leistung dagegen nur eingeschränkt.
Zum Testzeitpunkt kostete der MP50 bei MediaMarkt 349 Euro statt 619,99 Euro UVP. Noch interessanter wird er, wenn der Preis durch Gutscheine oder Aktionen weiter sinkt.
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Informationen zum Angebot
Das Angebot ist begrenzt verfügbar und der Preis kann sich jederzeit ändern.
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