Ein "müllfressender Roboter" - wie ihn Mark Rober nennt - soll verhindern, dass große Mengen Plastikabfall in die Weltmeere gelangen. Wie das genau funktioniert und was MrBeast damit zu tun hat, erfährst du in diesem Post.

Cover Photo credits: The Ocean Cleanup

Intro

Im ersten Post über TheOceanCleanup ging es um die ersten Tests der schwimmenden Barrieren, die in den Wirbeln der Weltmeere aufgestellt werden sollen - denn dort sammelt sich eine riesige Menge Abfall.

TheOceanCleanup ist eine Nonprofit-Organisation, die 2013 von dem Niederländer Boyan Slat gegründet wurde. Mit mittlerweile 90 Mitarbeitern arbeitet das Unternehmen an Lösungen, den im Meer treibenden Plastikmüll einzusammeln, bevor dieser sich zu Mikroplastik zersetzt und damit in die Nahrungskette der Meereslebewesen gelangt.

The Ocean Cleanup: Die Rettung der Meere
Der Müll in den Meeren wird immer mehr zu einer untragbaren Belastung für das Ökosystem unserer Erde. Pro Jahr kommen etwa 30 Millionen Tonnen Kunststoff hinzu. Um dagegen vorzugehen nimmt ein junger Niederländer das Schicksal der Meere nun in die eigene Hand.

Flüsse sind der Problemherd?

Zur Ursachenbekämpfung dieser "Müllteppiche" muss der Abfall dort aufgehalten werden, wo er ins Meer gelangt: Nämlich dort, wo die Flüsse ins Meer münden.

Laut TheOceanCleanup sind 1000 Flüsse auf der Welt verantwortlich für 80% der "Plastikemissionen", die über Flüsse ins Meer gelangen:

Rivers are a major source of plastic waste in the oceans. We estimate that 1000 rivers, (...) are accountable for nearly 80% of global annual riverine plastic emissions - TheOceanCleanup

Auf der interaktiven Karte von TheOceanCleanup kannst du dir genau ansehen, welche Flüsse das sind und wie hoch deren geschätzte Plastikverschmutzung ist.

Warum gelangt so viel Plastikabfall ins Meer?

Der meiste Plastikmüll gelangt dort ins Meer, wo es die Menschen nicht so gut haben wie z.B. in Europa. Während bei uns regelmäßig die Müllabfuhr den Müll einfach abholt, gibt es in vielen ärmeren Gegenden von z.B. Indien und China einen solchen Service nicht.

Das bedeutet, der Müll liegt einfach auf der Straße - und zwar überall. Das lockt natürlich Ungeziefer und Ratten an. Auch Krankheiten breiten sich schneller aus, weil die Hygiene schlecht ist.

Die einzige Alternative ist dann noch, den Abfall im Fluss zu entsorgen. Und von dort aus treibt er vom Landesinneren raus in das offene Meer.

Langfristig ist es deshalb wichtig, für solche Gegenden ein funktionierendes Abfallentsorgungssystem aufzubauen - denn das Beste wäre, wenn es gar keinen Interceptor bräuchte. Bis das aber so weit ist, muss mit einer solchen Technologie so viel Plastik abgefangen werden wie möglich, bevor es sich in winziges Mikroplastik zersetzt.

Der Interceptor 004 im Río Ozama (Dominikanische Republik). Photo credits: The Ocean Cleanup

Medienwirksam mit Mark Rober und MrBeast - #TeamSeas

Eine Kooperation zwischen TheOceanCleanup und den YouTubern Mark Rober (20 Mio. Abonnenten) und MrBeast (74 Mio. Abos) richtete das Auge der jungen Leute auf diese Problematik. Mit ihren Videos zur Müllsammelchallenge erreichten sie bis jetzt schon knapp 56 Millionen Menschen.

In dem Video zum Interceptor 004 tritt MrBeast gegen Mark Rober an, mit dem Ziel, so viel Müll wie möglich zu sammeln. Während MrBeast mit einer Armada freiwilliger Helfer den Strand entlang des Río Ozama per Hand vom Abfall befreit, legt Mark Rober die Füße hoch, während der Interceptor für ihn arbeitet. Ein wirklich sehenswertes Video:

Dem Video angehängt ist ein Spendenaufruf für #TeamSeas, dabei geht eine Hälfte der Spenden an Ocean Conservancy und die andere Hälfte an TheOceanCleanup.

So funktioniert der Interceptor von TheOceanCleanup

Der Interceptor treibt wie ein Katamaran auf dem Wasser, ist aber an seinem Platz fixiert. Der auf dem Wasser treibende Abfall wird über schwimmende Barrieren in den Schlund des Interceptors geleitet.

Diese schwimmenden Barrieren kennt man schon von den ersten Prototypen, bzw. von "System 002", das für die großen Müllansammlungen in den Meereswirbeln genutzt werden soll.

Mit dem "Schlund" meine ich das Förderband der Anlage. Dieses befördert den Abfall aus dem Wasser in die Container innerhalb des Interceptors. Ein "Shuttle" füllt sechs Container gleichmäßig mit Müll, bis diese alle voll sind. Insgesamt 50m^3 können auf diese Weise gesammelt werden.

Müssen die Container ausgeleert werden, wird ein Schlepper die Container aus dem Interceptor herausfahren, während dieser die Stellung hält. Die Container werden an Land ausgeleert, wo der Inhalt dann getrennt und recycelt wird. Anschließend werden die Container wieder in den Interceptor gefahren.

In diesem YouTube Video von TheOceanCleanup wird die Funktionsweise nochmals sehr gut visualisiert: